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Aus Trash wird Trend

DG-Kurs des 8. Jahrgangs macht Mode aus Müll

Wie wichtig ist es "up to date" zu sein? Was macht uns "in" und wann fühlen wir uns wohl? Heute meint jeder das zu tragen, was ihm gefällt. Aber ist das wirklich so? Wie beeinflusst Instagram, was wir mögen? Wer macht unsere Mode? Wie wichtig ist es, dass mein Style anderen nicht schadet? Was bedeutet es für mich, wenn eine Arbeiterin an meiner Jeans nur 5 Cent verdient? Hauptsache, ich bin "in"! Ist das so, oder gibt es Alternativen?

Mit diesen Fragen befasste sich der DG-Kurs des Jahrgangs 8 der WoBoGe und machte sich auf die Suche nach Antworten im Dunkelfeld der so beliebten "Fast fashion" – der billigen, für alle zugänglichen Mode, die seit dem Jahr 2000 den Markt überschwemmt. Nachdem sich die Schüler*innen mit dem eigenen Style beschäftigt, die Modewelt im Internet verfolgt und schließlich eigene Modeleporellos entworfen haben, kümmerten sie sich um eine Alternative: Was ist, wenn aus Müll Mode wird? Wie kann aus einer alten Tüte ein neues Outfit werden? Kann ich nachhaltig Mode herstellen?

Anbei findet ihr einige Ergebnisse unserer kreativen Arbeit, die wir Dank der Leihgabe der Schaufensterpuppen der Firma Sinn aus Recklinghausen in Szene setzen konnten - auch wenn, Corona geschuldet, die Modenschau leider entfallen musste:

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Hier noch ein paar Fakten, die uns auch zu denken geben sollten:

1. Laut dem Bundesumweltministerium kauft jeder Deutsche ca. 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr und jedes fünfte Kleidungsstück wird dabei nie getragen

2. Weltweiter Konsumvergleich: In Deutschland werden jährlich im Schnitt 12-15 Kilogramm Kleidung gekauft, was 50% über dem weltweiten Durchschnitt liegt (Stand 2019).

3. Lebensdauer von Kleidungsstücken in Deutschland: Laut der Christlichen Initiative Romero (CIR) tragen wir im Durchschnitt ein Kleidungsstück vier Mal und 45% der Deutschen bevorzugen Fast-Fashion-Hersteller. Lediglich 20% gaben an, bevorzugt Fair-Fashion-Stores aufzusuchen. 12% bevorzugen Second-Hand-Läden.

4. Wasserverbrauch von Baumwolle: Der Anbau von Baumwolle beansprucht eine beträchtliche Menge an Wasser, auch wenn moderne Bewässerungsanlagen, den Verbrauch reduzieren. Der Aralsee, welcher sich an der Grenze von Kasachstan und Usbekistan befindet und durch den Anbau von Baumwolle nahezu ausgetrocknet wurde, ist ein trauriges Beispiel.

5. Wasserverbrauch für ein T-Shirt und eine Jeans: Für ein einzelnes T-Shirt aus konventioneller Baumwolle werden rund 2.700 Liter Wasser benötigt, eine Jeans benötigt 8.000 Liter Wasser.

6. Rana Plaza: Der Einsturz des Rana Plaza in Bangladesch im Jahr 2013 stellts das größte Drama in der Textilindustrie dar und zeigte dabei die Missstände auf. Über 1.000 Menschen starben an diesem Tag, größtenteils Textilarbeiter*innen, die in dem Gebäude untergebracht waren und für große Modeunternehmen produzierten. Menschen sind unvorstellbaren Arbeitsbedigungen ausgesetzt, um unseren Bedarf zu stillen.

7. Mikroplastik in unserer Kleidung: Textilien aus synthetischen Fasern wie Polyester setzen beim Waschen Mikroplastik frei, das in die Umwelt gelangt. Pro Waschgang von 5 kg Wäsche werden dabei bis zu sechs Millionen Mikropartikel freigesetzt. Mikroplastik konnte bereits in Nahrungsmitteln nachgewiesen werden und gilt als Absorber für andere Schadstoffe, die für den Menschen gefährlich sind.

8. Anteil recycelter Textilien: Weniger als 1% der Textilien werden recycelt.

Quelle: Der ultimative Fast Fashion Check: 57 Fakten über die Folgen der Textilindustrie (fairlier.de)

Text & Fotos: U. Sigges